Harzer Sage · Thale
Bodo und die Krone im Bodekessel
Warum ein schwarzer Hund tief in der Bode eine goldene Krone bewacht.
Teil 1
Die Sage, wie sie überliefert ist
Nach Otmar, Volcks-Sagen (1800); Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Nr. 318 (1816); Kuhn und Schwartz, Norddeutsche Sagen, Nr. 193 (1848)
Von Bodo und der Krone gibt es mehrere Fassungen. Sie stehen in verschiedenen Büchern und passen nicht ganz zusammen. Bei Otmar und den Grimms heißt der Riese Bohdo oder Bodo und die Königstochter Emma; heute nennt man sie Brunhilde. Den Strudel nennen sie Kreetpfuhl oder Kessel der Bode, heute heißt er Bodekessel.
Die bekannteste Fassung erzählen Otmar 1800 und die Brüder Grimm 1816. Als Emmas Pferd auf der Flucht vor Bodo über den Abgrund sprang, fiel ihr die zentnerschwere goldene Krone vom Kopf in die Tiefe. Bodo, der nur Emma sah und nicht den Abgrund, sprang hinterher und stürzte in den Strudel des Flusses, der seitdem nach ihm heißt. Dort bewacht er als schwarzer Hund die Krone, damit kein Geldgieriger sie heraufholt. Um Mitternacht hört man oft in der Ferne sein dumpfes Heulen.
Eine andere Fassung steht ebenfalls bei den Grimms. Auch hier stürzt ein Riese, der eine Königstochter verfolgt, in den Abgrund, und ihre Krone fällt beim Sprung in den Kessel der Bode. Da liegt sie noch heute, bewacht von einem großen Hund mit glühenden Augen. Schwimmer, die der Gewinn geblendet hatte, wollten sie heraufholen. Sie kamen zurück und sagten, es sei vergebens: Sobald sie dem Hund nahe kämen, sinke er immer tiefer, und die Krone sei nicht zu erlangen. Dass dieser Hund der Riese ist, steht hier nicht; manche erzählen es aber so.
Eine dritte Fassung erzählte man sich in Thale; Adalbert Kuhn und Wilhelm Schwartz druckten sie 1848. Dort flieht Prinzessin Brunhilde vor einem Ritter, und beim Sprung stürzt ihre goldene Krone in den Bodekessel, den man Kresool nannte. Da liegt sie noch heute. In der Walpurgisnacht aber kommt sie an die Oberfläche und schwimmt bis zum Morgen oben, und jeder kann ihr gewaltiges Blinken sehen. Einen Hund gibt es hier nicht.
Teil 2
Unsere Kurzgeschichte
Frei erzählt von HarzTraveler nach der Sage
In der Walpurgisnacht schwamm die goldene Krone auf dem Bodekessel und blinkte. Das Wasser war so kalt, dass es nach Schnee schmeckte, und mitten im Licht paddelte Bodo, ein großer, zotteliger schwarzer Hund mit Schlappohren und einer kleinen Krone schief auf dem Kopf. Endlich sieht einer, wie großartig Bodo der Große die Krone bewacht, dachte er. Bis zum ersten Sonnenstrahl konnte sie holen, wer schlau genug war, und wohin sie ging, musste ihr Wächter mit.
Kuno, der Schatzsucher, war schlau genug. Er lobte Bodos kleine Krone, bis Bodo die Pfote hob, um sie gerade zu rücken, und schon saß sie auf Kunos Kopf. Dann schob Kuno eine lange Stange ins Wasser. Bodo sank bis auf den Grund, doch die große Krone glitt ihm aus den tauben Pfoten, und Kuno sprang ihr nach, in den Strudel.
„Hilfe!“, rief er. „Aber die Krone lass ich nicht los!“
Eine Krone friert nicht, dachte Bodo. Kuno schon. Er schwamm zu ihm und sagte: „Ein kluger Schatzsucher weiß, wann er loslassen muss.“ Da öffnete Kuno die Arme, und Bodo zog ihn ans Ufer.
Beim ersten Sonnenstrahl sank die große Krone zurück, Bodo bekam seine kleine wieder, und Kuno erzählte in ganz Thale von dem Hund, der ihn gerettet hatte. Im Bodetal bei Thale führt der Wanderweg am Bodekessel vorbei, ein Stück oberhalb der Teufelsbrücke. Bleibt dort auf dem Weg, denn ins Wasser geht nur Bodo.
Teil 3
Unsere Langgeschichte zum Anhören
Frei erzählt von HarzTraveler nach der Sage
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- Erstes Kapitel: Die wichtigste Wache im Harz.
- Am letzten Morgen im April fiel das Licht in langen, grünen Streifen in den Bodekessel. Oben stürzte die Bode über einen kleinen Wasserfall, und hier unten wurde ihr Rauschen zu einem dumpfen Grummeln.
- Am Grund klickerten die Kiesel, weil der Strudel sie im Kreis drehte. Das Wasser war so kalt, dass es nach Schnee schmeckte.
- Mitten im Kessel lag eine schwere goldene Krone, und um sie herum schwamm Bodo, ein großer, zotteliger schwarzer Hund. Seine Schlappohren schwebten im Wasser auf und ab, und auf seinem Kopf saß schief eine kleine goldene Krone.
- Dann legte er die Pfote auf die große Krone und hob die Nase.
- „Hohoho“, brummte er so tief, dass die Kiesel zitterten. „Wuff! Bodo der Große hält die wichtigste Wache im ganzen Harz!“
- Früher war Bodo ein Riese gewesen, mit einer Krone, die ihm viel zu klein war. Als Brunhildes große Krone in die Tiefe fiel, sprang er dem Gold hinterher und kam unten als Hund an.
- Jetzt passte ihm die kleine Krone endlich. Und die große musste er bewachen, für immer.
- „Die Pfote bleibt auf der Krone“, sagte er zu einer Forelle, die gerade vorbeischwamm. „Immer.“
- Die Forelle schwamm weiter. Sie sah nicht einmal hin.
- Bodo seufzte eine lange Kette aus Blasen und brummte: „Einmal nur soll jemand sehen, wie großartig Bodo der Große diese Wache hält.“
- Doch in den Bodekessel kam niemand. In Thale hieß es, der Kessel habe keinen Grund, und die Felsen ringsum waren so steil, dass sich kaum je einer hinunterwagte.
- Jede Nacht um Mitternacht brummte Bodo sich tief und gemütlich seine Lieblingsgeschichte vor, bis er darüber einschlief. Dann schnarchte er so dumpf, dass sie es noch in Thale hörten.
- Heute aber zupfte die große Krone unter seiner Pfote wie ein Korken im Wasser. Heute Nacht war Walpurgisnacht.
- Nur in dieser einen Nacht im Jahr wurde die zentnerschwere Krone leicht. Um Mitternacht stieg sie nach oben und blinkte bis zum ersten Sonnenstrahl, und jeder konnte ihr Blinken sehen. Dann sank sie zurück, für ein ganzes Jahr.
- Bis dahin aber konnte sie holen, wer schlau genug war. Und seit Bodos Sprung galt ein Zauber: Wohin die Krone ging, dahin musste auch ihr Wächter.
- Im letzten Jahr hatte trotzdem niemand Bodo gesehen. Ein schwarzer Hund in schwarzem Wasser, mitten in der Nacht, sah eben ziemlich schwarz aus. Aber dieses Jahr hatte Bodo seine kleine Krone geputzt.
- Am Abend wurde das grüne Licht grau. Bodo steckte die Nase aus dem Wasser, und da hörte er ein Klappern und Scheppern, als trüge jemand eine ganze Küche über die Steine. Dann roch er Zwiebeln und frischen Teer.
- Zuletzt schaukelte eine Laterne heran, und darunter kam ein langer, dünner Mann im Mantel, mit einem Tragekorb voller Haken, Netze und Stangen. Sein Schatten wuchs an der Felswand hinauf, lang und dünn, mit Fingern wie Haken.
- Der Mann redete mit sich selbst, hoch und so schnell, dass das Echo kaum nachkam: „Kuno, heute Nacht wirst du reich. In Thale sagen sie, hier unten heult ein Hund mit glühenden Augen. Und jeder Schwimmer kehrt um, denn der Hund sinkt mit der Krone immer tiefer.“
- Bodo schoss aus dem Wasser. „Bodo der Große heult nicht“, bellte er, dass es von den Felsen hallte. „Bodo erzählt!“
- Kuno lächelte. „Bodo der Große also“, sagte er ganz leise.
- „Wer zum Bewundern kommt“, sagte Bodo finster, „der hat keinen Haken dabei.“ Dann tauchte er beleidigt hinab. Deshalb sah er nicht, was als Nächstes geschah.
- Kuno ließ ein Senkblei an einer Schnur ins Wasser, bis es auf Stein stieß. „Zwanzig Fuß“, flüsterte er. „Von wegen grundlos.“
- Dann steckte er drei Stangen zusammen, eine Hand breit länger als die Schnur, und knotete seinen großen Haken daran. „Der Hund sinkt immer tiefer, sagen die alten Geschichten“, sagte Kuno zärtlich zu seiner Stange.
- „Aber tiefer als der Grund sinkt keiner.“
- Er flüsterte: „Erst ein bisschen Lob, das mag er. Dann das Netz, dann das Floß, zuletzt die Stange.“ Er lächelte. „Aus der Krone mache ich Taler. Und der Hund muss mit, in meinen Keller, an eine Kette.“
- Unten im Kessel legte Bodo die Pfote auf die Krone und wartete auf Mitternacht. Die lange Stange hatte er nicht gesehen.
- Zweites Kapitel: Kunos drei Pläne.
- Um Mitternacht war es in der Schlucht so dunkel, dass Bodo seine Pfote nicht mehr sah. Die Kälte war ihm bis unter das Fell gekrochen, und nur am Ufer brannte Kunos Laterne. Aus Thale schlug eine Glocke zwölfmal.
- Beim letzten Schlag ruckte die große Krone und stieg, und Bodo stieg mit, denn die Pfote bleibt auf der Krone.
- Das Licht der Krone lief golden über die Wellen und die Felswände hinauf, und Bodo setzte sich mitten hinein.
- Am Ufer klatschte jemand, ganz leise. „Bravo!“, rief Kuno so freundlich, dass Bodo das Fell warm wurde. „Das muss Bodo der Große sein. So einen prächtigen Wächter hat der Harz noch nie gesehen!“
- Endlich sah ihn einer. Bodo wedelte, dass das Wasser schäumte.
- „Und diese Krone auf deinem Kopf!“, schwärmte Kuno. „Rück sie doch ein bisschen gerade, damit ich sie im Licht sehe.“
- Bodo nahm die Pfote von der großen Krone und rückte die kleine zurecht. Nur ein bisschen. Dann noch ein bisschen.
- Da sirrte etwas durch die Luft, und kleine Bleikugeln klimperten. Bodo packte die große Krone, machte sich schwer und sank, eine Hundelänge tief. Über ihm klatschte das Netz ins Wasser und streifte ihm vom Kopf die kleine Krone.
- Als Kuno das Netz heraufzog, zappelte darin die Forelle, die sonst nie hinsah. Diesmal sah sie hin. Dann sprang sie zurück in den Kessel und schlug Kuno dabei mit dem Schwanz quer über die Nase.
- Kuno lachte trotzdem. Er fischte Bodos kleine Krone aus dem Netz und setzte sie sich auf, viel zu klein und schief. „Plan Nummer eins“, murmelte er. „Alles berechnet.“
- Unten war Bodos Kopf kalt und leer, und seine Schlappohren sanken. Wer zu viel lobt, hat ein Netz dabei, dachte er. Oben war das Licht, aber oben war Kuno.
- Bodo blieb unten, doch die große Krone zog nach oben, und seine Pfoten wurden müde.
- Am Ufer band Kuno drei Baumstämme zu einem Floß, und die Stämme stießen hohl aneinander. „Plan Nummer zwei“, sagte er und knotete einen Haken an eine Stange.
- Das Floß knarrte hinaus, bis der Strudel es packte und im Kreis drehte. Kuno stocherte, bis der Haken die goldenen Zacken fand. Er zog. Bodo hielt fest, aber die Krone stieg, und Bodo stieg mit.
- Da holte Bodo tief Luft und bellte.
- Jetzt braucht Bodo euch. Bellt mit ihm, dreimal und so tief ihr könnt: Wuff, wuff, wuff! Das ganze Bodetal soll es hören.
- Drei riesige Blasen stiegen auf, eine für jedes Wuff, jede so groß wie ein Kürbis, und platzten genau unter dem Floß.
- Das Floß machte einen Hüpfer, der Haken rutschte ab, und der Strudel spuckte das Floß ans Ufer, wo es kippte. Kuno landete bis zum Bauch im eiskalten Wasser.
- „Hohoho, wuff“, lachte Bodo und drückte die Krone wieder hinunter. Doch dafür brauchte er seine letzte Kraft, und seine Pfoten zitterten.
- Kuno stapfte an Land und lachte nicht. Langsam drückte er das Wasser aus seinem Mantel, rückte Bodos kleine Krone auf seinem Kopf zurecht und sah Bodo zum ersten Mal gerade an.
- Seine Zähne klapperten, aber seine Stimme nicht. „Du hast mir mein Floß genommen, Hündchen“, sagte er so leise, dass Bodo die Schlappohren anlegte. „Jetzt nehme ich dir die Krone. Und dich gleich dazu.“
- Aus Thale schlug die Glocke drei.
- Kuno stieg auf den höchsten Uferstein und schob die lange Stange ins Wasser. „Plan Nummer drei“, flüsterte er.
- Fliehen kann ein Wächter nicht, dachte Bodo. Er packte die große Krone und sank, eine Hundelänge, zwei, drei, bis seine Hinterpfoten auf Stein stießen. Tiefer ging es nicht.
- Über ihm glitt der große Haken herab, bis er neben Bodos Nase auf dem Grund lag. Dann schob er sich unter die goldenen Zacken. Bodo hielt fest, aber seine Pfoten waren taub vor Kälte.
- Zacke für Zacke rutschte ihm die Krone weg. Dann schoss sie nach oben und tanzte mitten im Strudel, wo keine Stange hinreichte.
- Kuno starrte ins Blinken, bis er gar nichts anderes mehr sah. Er band sich ein Seil um den Bauch und knotete das andere Ende an einen Stein. Es war ein ziemlich kleiner Stein. Dann sprang Kuno.
- Er quietschte vor Kälte wie ein Teekessel und schwamm trotzdem, bis er die Krone umschlang. Hinter ihm platschte der kleine Stein in den Kessel. Da hatte ihn der Strudel.
- Kuno steckte fest, mitten im Strudel, die Krone in beiden Armen. Und tief unten spürte Bodo, wie die Krone an ihm zu ziehen begann.
- Drittes Kapitel: Die Pfote auf der Krone.
- Die Glocke hatte vier geschlagen, und Kunos Laterne flackerte nur noch. Bodo lag auf dem Grund, mit leeren Pfoten und leerem Kopf, so kalt, dass er kaum noch etwas spürte.
- Da zog es in seinem Fell, als hätte ihn jemand an eine unsichtbare Leine genommen. Die Krone zog ihren Wächter hinauf zu Kuno.
- Im Licht der Krone sah Bodo ihn im Strudel kreiseln, mit Bodos kleiner Krone schief auf dem Kopf und der großen in beiden Armen.
- „Hilfe!“, rief Kuno mit dünner Stimme. „Aber die Krone lass ich nicht los!“
- Bodo sah es vor sich: Kuno kam heraus, die Krone im Korb, und Bodo musste hinterher, bis in einen Keller in Thale, an eine Kette. Nie wieder würde er um Mitternacht seine Geschichte brummen.
- Und Bodo kannte diesen Griff. So hatte er selbst einmal nach dem Gold gegriffen, oben an der Kante, bevor er sprang.
- Einen Augenblick lang hörte Bodo nichts mehr, nicht den Strudel und nicht Kuno, nur das leise Klickern der Kiesel.
- Wenn er Kuno heraushalf, kam die Krone mit, und er selbst gleich dazu. Wenn nicht, drehte sich Kuno weiter im eiskalten Wasser, und niemand holte ihn heraus.
- Eine Krone friert nicht, dachte Bodo. Kuno schon.
- Bodo stieß sich vom Grund ab und schwamm hinauf, mitten in den Strudel. Das Wasser drehte ihn einmal herum, dann noch einmal. Dann war er bei Kuno.
- Kunos Finger waren weiß vor Kälte und hielten die goldenen Zacken so fest, als wären sie daran angefroren.
- „Kuno“, brummte Bodo so ruhig, als wäre es heller Mittag, „du bist der klügste Schatzsucher im ganzen Harz. Und ein kluger Schatzsucher weiß, wann er loslassen muss.“
- Kuno sah die Krone an, dann Bodo, und der Strudel zog an beiden.
- Dann öffnete Kuno die Arme.
- Die Krone sauste davon, und das Ziehen in Bodos Fell hörte auf. „Festhalten!“, rief Bodo, und Kuno krallte sich in sein dickes Nackenfell.
- Jetzt braucht Bodo euch noch einmal. Paddelt mit beiden Händen wie ein Hund: linke Pfote, rechte Pfote, raus aus dem Strudel!
- Einmal riss der Strudel sie noch zurück. Da schwamm Bodo quer hinaus statt dagegen, bis der Strudel losließ, und schob Kuno auf die flachen Steine am Ufer.
- Da lag Kuno, hustete und zitterte, aber er war draußen. Bodo stieg neben ihm an Land, hechelte und schüttelte sich von der Nase bis zur Schwanzspitze. Kuno bekam alles ab.
- Er war schon nass gewesen, jetzt war er noch nasser.
- Draußen im Kessel schwamm die Krone und blinkte. Kunos Hand lag neben der langen Stange, und Bodos Schlappohren zuckten. Dann drehte Kuno den Kopf und sah Bodo an. Zum ersten Mal in dieser Nacht meinte einer wirklich ihn.
- „Du hast mich gerettet“, sagte Kuno leise, und seine Zähne klapperten dazu. „Obwohl ich dich an die Kette legen wollte.“
- „Eine Krone friert nicht“, murmelte Bodo.
- Kuno nahm die kleine Krone von seinem Kopf und setzte sie Bodo auf. Da saß sie wieder, schief wie immer.
- „Plan Nummer vier“, sagte Kuno und nieste. „Nach Hause ans Feuer. Und dann erzähle ich allen von dir.“
- Über der Schlucht wurde der Himmel grau, und eine Amsel sang. Dann fiel der erste Sonnenstrahl in die Schlucht und traf die große Krone. Sie wurde schwer und sank.
- Bodo tauchte hinterher und legte die Pfote darauf, denn die Pfote bleibt auf der Krone.
- In ganz Thale erzählte Kuno von dem großen schwarzen Hund mit der kleinen schiefen Krone, der ihn aus dem Strudel geholt hatte. Bald standen Leute auf der Roßtrappe.
- „Bodo!“, riefen sie in die Schlucht hinunter.
- Von Fels zu Fels sprang der Name hinunter bis in den Kessel, und diesmal hatte nicht Bodo selbst gerufen. Unten wedelte ein großer schwarzer Hund so heftig, dass sich der Strudel für einen Augenblick andersherum drehte.
- Den Bodekessel gibt es wirklich. Er liegt im Bodetal, ein Stück oberhalb der Teufelsbrücke, und der Wanderweg von Thale nach Treseburg führt daran vorbei. Im Winter ist der Weg meist gesperrt.
- Im Bodekessel badet niemand außer Bodo, und ihr bleibt auf dem Weg, denn im Naturschutzgebiet darf man die Wege nicht verlassen.
- Früher hieß es in Thale, dort unten heule ein Hund. Heute sagen die Leute: Um Mitternacht brummt dort Bodo gemütlich seine Lieblingsgeschichte. Sie hat jetzt ein neues Ende, das mit Kuno, und es ist das allerbeste.
- Nur Bodo selbst hat es noch nie gehört, denn bis dahin schnarcht er schon.
Wo ihr das heute seht
Ein Wanderweg führt zwischen Thale und Treseburg durch das Bodetal, etwa zehn Kilometer; im Winter ist er meist gesperrt. Am Weg liegt der Bodekessel, ein Strudeltopf unter einem kleinen Wasserfall, wenige Dutzend Meter oberhalb der Teufelsbrücke.
Auf der Harzkarte zeigen etwa 18 km von Wernigerode